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Projekte
     
 
     
Hecken und Feldgehölze im Stadtgebiet Göttingen: Erfassung von Zustand und Veränderungen
     

 Hintergrund

Feldgehölze erfüllen wichtige ökologische Funktionen in der Landschaft und prägen deren Erscheinungsbild entscheidend mit. Sie dienen verschiedenen Species als Lebensraum und erfüllen speziell in weiträumigen, ansonsten strukturarmen Agrarlandschaften oftmals wichtige Funktionen als habitatverbindende Elemente. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und umfangreiche Flurbereinigungsmaßnahmen hat sich das Erscheinungsbild agrarisch geprägter Landschaften im Laufe der letzten Jahrzehnte gewandelt. Vielfach ist von einem „Ausräumen der Landschaft“ die Rede und das zunehmende Verschwinden von Kleinstrukturen wie Hecken, Baumreihen und anderen Feldgehölzen wird beklagt. In der öffentlichen Diskussion werden – oftmals geprägt durch Interessen einzelner Gruppen – konträre Meinungen zur Frage vertreten, wie sich der Hecken- und Feldgehölzbestand im Laufe der letzten zwei bis drei Jahrzehnte verändert habe.


Allerdings liegen hierzu bisher kaum Studien vor, welche dieses Thema aufgreifen. Fernerkundungsaufzeichnungen bieten die Möglichkeit, sowohl über detaillierte Kartierungen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Ist-Zustand sowie über multitemporale Auswertungen einen Entwicklungstrend zum Feldgehölzbestand von Landschaft(sausschnitt)en aufzeigen zu können. Geographische Informationssysteme (GIS) erlauben dann die Verwaltung, Analyse und Präsentation der aus den Fernerkundungsdaten gewonnenen Informationen in Form kartierter Strukturen mit konkretem Raumbezug.


 Ziele

Methodisch:
Entwicklung eines methodischen Vorschlags für Feldgehölz-Monitoring.

Sachlich:
Das Projekt zielt darauf ab, für ein ausgewähltes Untersuchungsgebiet (das nähere Umland der Stadt Göttingen) das flächenbezogene Vorkommen sowie die Verteilung von Hecken und Feldgehölzen zu einem bestimmten Zeitpunkt (1999) aus Fernerkundungsdaten zu erfassen. Weiterhin ist die Analyse der Entwicklung des Feldgehölzbestandes im Zeitraum von 1979 bis 1999 auf Basis von Stichproben vorgesehen. Das Datenmanagement wird in einem GIS durchgeführt, um über den Raumbezug der Einzelstrukturen stets auch deren Einbettung in die umgebende Landnutzung untersuchen zu können.


 Arbeitsplan

Die erste Projektphase beinhaltet die Kartierung der Feldgehölzstrukturen zum Zeitpunkt 1999 mittels visueller Interpretation aus digitalen Orthophotos. Im Vorlauf hierzu kommt der Erstellung eines eindeutigen und konsistenten Interpretationsschlüssels mit sämtlichen auszuscheidenden Gehölzkategorien eine entscheidende Bedeutung zu. Als Resultat dieser ersten Phase liegt eine flächendeckende Übersicht zu vorkommenden Hecken und Feldgehölzen vor, wobei die Einzelstrukturen mit zugehörigen Sachdaten-Attributen in der GIS-Datenbank verwaltet werden. Die zweite Projektphase behandelt die Veränderungsanalyse bezüglich des Vorkommens und der räumlichen Verteilung der Gehölze zwischen den Zeitpunkten 1979 und 1999. Diese Analyse basiert auf Stichproben, welche systematisch über das Untersuchungsgebiet verteilt sind. Die Kartierung der Feldgehölze auf den Probeflächen erfolgt für 1979 ebenfalls durch visuelle Interpretation.


 Bisherige Ergebnisse

Die flächendeckende Kartierung des Feldgehölzbestandes zum Zeitpunkt 1999 ist abgeschlossen.


  Referenzen

Bierhals, E., 1988: CIR-Luftbilder für die flächendeckende Biotopkartierung. In: Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen, Heft 5/88, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie.

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, 1990: Hecken und Feldgehölze. In: Mitteilungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Abteilung Landespflege. Nr. 144. Freiburg i. Br.

Hildebrandt, G., 1996: Fernerkundung und Luftbildmessung für Forstwirtschaft, Vegetationskartierung und Landschaftsökologie. Wichmann. Heidelberg.

Marschall, I., Bruns, D., 2002: Mythos Hecke – Funktionswandel und Idealisierung von Hecken in Agrarlandschaften. In: Naturschutz und Landschaftsplanung, 34(4), S. 113-118.


 Kooperationen

Gemeinschaftsprojekt mit der BUND-Kreisgruppe Göttingen


 Koordination

Gesamtkoordination:
Uwe Scheibler, BUND-Kreisgruppe Göttingen

Koordination der IWW-Komponente (Methoden-Entwicklung):
Prof. Dr. Christoph Kleinn
M.Sc. Axel Buschmann
Institut für Waldinventur und Waldwachstum
Büsgenweg 5, 37077 Göttingen
Tel. +49 551 39 3472
CKleinn@gwdg.de


 Bearbeitung

Dipl.-Biol. Jens Hoffesommer, BUND
Cand. forest. Tim Exner, IWW
M.Sc. Stefan Kunth, IWW


 Finanzierung

Niedersächsische Umweltstiftung BINGO! Lotto


 Zeitraum

01.07.2004 – 31.03.2005